Keiner weiß, wo sie geblieben... ob sie noch am Leben sind?

Eine Naturfoto-Reise in die alte Heimat

Autorin: Petra Daniela Stein

Alles beginnt mit dieser Blechkiste. Gefüllt mit Omas und Opas Erinnerungen - Erinnerungen an eine Heimat, die es so nicht mehr gibt. Meine Sommertour 2016 hat eine ganz persönliche Motivation. Ich will dieses Mal nicht nur Naturschönheiten entdecken, sondern einen Teil meiner eigenen Vergangenheit aufarbeiten. Ich möchte Schlesien, Masuren und Litauen bereisen. Weil da meine Wurzeln sind.

Fern der Heimat irr als Flüchtling in der Ferne ich umher.

Und die Nächsten meiner Lieben, ach die seh ich nimmer mehr.

 

Dort, ja dort bin ich zuhause, wo der Bach so leise rauscht.

Dort stand einst ja meine Wiege, mein geliebtes Elternhaus.

 

Alle Lieben, die dort wohnten, alle sind verschleudert im Wind.

Keiner weiß, wo sie geblieben, ob sie noch am Leben sind.

 

Freudlos ist mein ganzes Leben seit ich in der Fremde bin.

Keiner mag mich hier verstehen, fühlt das ich ein Flüchtling bin.

 

Mürrisch morgens, mürrisch abends, mürrisch jedes einzige Wort.

Keiner mag den Flüchtling leiden, jeder wünscht ihn weiter fort.

 

Wer die Heimat nicht verloren, wer nicht selber Leid gesehen,

Kann die Leiden und die Sehnsucht eines Flüchtlings nicht verstehen.

 

Ach wie gern wäre ich geblieben mit den Meinen dort zuhaus,

Hätte Ruhe dort und Frieden, braucht nicht in die Welt hinaus.

 

Doch das Schicksal wollt es wenden, irr nun in der Welt umher.

Sehe meine traute Heimat und die Lieben nimmer mehr.

 

Herrgott, der Du bist im Himmel, hör mein Bitten und mein Flehn.

Lass uns die geliebte Heimat, doch noch einmal wiedersehen.

 

(Originaltext:

Helene Zewzukowa, geb. Stein,

17. April 1975)

Christa Marianne Scholz & Konstantin Eduard Stein, 13. April 1946


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Kommentare: 3
  • #1

    happybinchen (Mittwoch, 01 Juni 2016 14:52)

    Ich wünsch euch eine tolle Zeit und freu mich auf den Reisebericht!

  • #2

    Jan Goddefroy (Mittwoch, 01 Juni 2016 16:00)

    I am curious to read what comes .....-looking forward

  • #3

    Ludwig Schunke (Dienstag, 28 Juni 2016 23:31)

    Da kommen beim Lesen die Erinnerungen an alte Erzählungen meiner Mutter wieder hoch.
    Wie gebannt lese ich diesen Bericht, der von so vielen von uns geschrieben hätte sein können, nur nicht so spannend und gefühlvoll.
    Ich habe Gänsehaut und bin gespannt auf die Fortsetzung.

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