Im Nationalpark Hohe Tauern

Fußweg zu den Krimmler Wasserfällen


Die Stimmung ist angespannt. Wir sind sehr früh aufgestanden, über drei Stunden gefahren und jetzt stehen wir in diesem kleinen Dorf in Österreich und kriegen fast die Krise. Krimml heißt der Ort. Er ist völlig zugeparkt mit Reisebussen und Autos. Die meisten, die hier ankommen, wollen nur eins: hoch zu den Krimmler Wasserfällen. Das wollen wir auch. Aber allein. Ohne die vielen Leute. Wie stellen wir das nur an? Und vor allem: wo sollen wir jetzt parken?

Die gebührenpflichtigen Parkplätze sind fast alle belegt. Und die, die noch frei sind, wollen wir nicht. Wir stellen uns nicht in die pralle Sonne - bei Temperaturen um die 38 Grad! Also, raus aus dem Dorf, die Bergstrasse Richtung Gerlos hoch und Augen auf. Nach etwa einem Kilometer kommt ein kleiner Rastplatz mit vielen Bäumen. Da quetschen wir uns rein. Von hier aus können wir die Spitze der Krimmler Wasserfälle sehen. Jetzt müssen wir nur noch einen begehbaren Weg finden, der uns da rauf führt - abseits der Touri-Ströme. 


Das Unternehmen gelingt nicht sofort. Im ersten Anlauf verirren wir uns im Wald. Im zweiten Anlauf landen wir wieder bei dem Rastplatz. Doch im dritten Anlauf finden wir sie: die kleine staubige Sandstraße, die nur Lieferanten nutzen dürfen, die zu der Gastwirtschaft am oberen Ende der Wasserfälle gelangen müssen. Ha! Wer sagt es denn? Wir zahlen keinen Cent Eintritt und gehen mutterseelenallein auf einem Weg, der uns hervorragende Ausblicke beschert. Herrlich! Manchmal muss man einfach nur hartnäckig bleiben. 

 

Während unserer 3-stündigen Wanderung sehen wir eine reichhaltige Natur am Wegesrand. Das gesamt Gebiet gehört zum Nationalpark Hohe Tauern. Und es ist voller Leben. Schmetterlinge, Heuschrecken, Finken... Doch je höher wir steigen, desto mehr ziehen uns die Wasserfälle in ihren Bann. Ihre Fallhöhe beträgt beeindruckende 380 Meter. Und ja! Es ist eine gewaltige Kraft, die da ins Tal hinunter stürzt.


Als wir am späten Nachmittag den Gipfel erreichen und unsere dampfenden Käsemauken ins Wasser halten, beschließen wir kurzerhand noch ein, zwei weitere Tage zu bleiben. Wir wollen mehr sehen, vom Nationalpark Hohe Tauern. Vor allem noch: mehr Tiere!


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